Politischer Aschermittwoch

Am Politischen Aschermittwoch den politischen Gegner anzugreifen ist einfach. Wie Robert Habeck in seiner Rede in Landshut sagte: „Halten wir Aschermittwochsreden der Zuversicht und nicht der Bepöbelung des politischen Gegners.“

Dies ist auch nicht der Politikstil von Karen Heußner. Hier Ihre Rede am 26. Februar 2020:

„Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Manuela, sehr geehrte Gäste,

gerne hätte ich heute eine passende Aschermittwochsrede gehalten. So eine in der Tradition des „Derbleckens“, des Verspottens, wie es in Oberbayern gern geübt wird. Das wäre bestimmt ganz unterhaltsam geworden. Aber mir ist es nicht gelungen, dem Frohsinn freien Lauf zu lassen, angesichts dessen, was in den zurückliegenden Tagen und Wochen alles geschehen ist.

Ob das der mörderische Anschlag in Hanau letzte Woche oder vorgestern die heimtückische Attacke auf die Zuschauer eines Faschingszuges in Volkmarsen war, unbeteiligte Menschen sind ermordet oder verletzt worden – aus vollkommen unverständlichen Gründen. Unvorhersehbar plötzlich, aus dem Hinterhalt, mit maximaler Tötungsabsicht. Vielleicht aus seelischer Krankheit heraus, vermutlich unter dem Einfluss abstruser Weltbilder, aber sicher auch in Nachahmung von vorangegangenen bekannt gewordenen Attentaten.

Politiker demokratischer Parteien haben sich in Thüringen zum Zweck des Machtgewinns mit der AfD verbündet. Wie kann so etwas überhaupt in Betracht gezogen werden? Annäherung, ja Zusammenarbeit mit einer Partei, die wohl Mitglieder mit Verbindungen zur rechtsextremen Gewaltszene hat. Die Hass, Gewalt, Aggression und Feindschaft zum Ziel hat, gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt. Das kann mal nicht mal Gedankengut nennen – in diesem Begriff stecken die Worte „gut“ und „Gedanken“ drin, die mag man beide dort nicht zuordnen.

Dagegen nimmt es sich fast harmlos aus, dass nach 47 Jahren ein Land eine Gemeinschaft verlässt, die sich dem gemeinsamen Erhalt von Frieden und Wohlstand verpflichtet hat. Und doch ist der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union Ende Januar ein Zeichen der Brüchigkeit von gewachsenen Bündnissen und eine Absage an Solidarität und gegenseitige Unterstützung.

Nicht zuletzt steigt die Angst vor einer Pandemie durch die Ausbreitung des Corona-Virus von Tag zu Tag. Also schon wieder ein Weltuntergangsszenario?

Angstmacherei sei das bei den Grünen, behaupten bestimmte andere Parteien. Schlimm genug, dass die Grünen ständig auf diesem Klimawandel herumreiten und seine unausweichlichen Folgen als enorm bedrohlich ins Feld führen. Und nun schon wieder düstere Bilder.

Können die Grünen denn gar nichts anderes? Aber klar können wir etwas Anderes. Wir tun es auch. Wir machen Mut. Katharina Schulze, Grüne Fraktionssprecherin im Landtag, hat das in ihrem Buch „Mut geben statt Angst machen“ eindrucksvoll formuliert, wie mutige Politik für die Zukunft aussehen kann. Sie spricht mir aus der Seele und vermutlich nicht nur mir. Wir können und müssen ihn haben, den Mut zum Handeln statt zum Zuschauen. Den Mut, Ideen zu entwickeln und sie umzusetzen. Den Mut, bestehende Bündnisse stärken und neue zu schließen. Den Mut, ernsthaft und nachdrücklich an den Bedingungen unserer Zukunft zu arbeiten. Gemeinsam können wir Licht in die dunklen Ecken unserer Gesellschaft bringen, damit dort kein Nährboden für Rassismus, für Hassparolen, für Gewaltphantasien und Mordlust entsteht. Wir können gemeinsam Grenzen ziehen zu politischen Inhalten, die solch menschenfeindliche Umtriebe zulassen oder gar fördern.

„Mut besteht nicht darin, dass man die Gefahr blind übersieht, sondern darin, dass man sie sehend überwindet.“, sagte der deutsche Dichter, Publizist und Pädagoge Jean Paul. Deshalb lohnt es sich, an die großartigen Möglichkeiten zu glauben, die wir hier in unserem friedlichen, wohlhabenden, und vor allem demokratischen Land haben. Und wir können unseren Mut teilen und uns gemeinsam den Veränderungen und Herausforderungen stellen. Das sind Gedanken, die wir für gut halten. Eben mutiges Gedankengut für die Zukunft. Vielen Dank!“

„Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“ Lucius Annaeus Seneca

von links nach rechts: Konstatin Mack, Sven Winzenhörlein, Sebastian Hansen, Simone Arzt, Manuela Rottmann, Karen Heußner und Martin Heilig

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